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Übrigens: Wir sind Dinosaurier des Cottbuser Satire-Festivals Ei(n)fälle!

Scheißkalt von oben - das 14. Programm

Presseankündigung zur Premiere 1998 in der Schwulen Sau, Hannover:

Schöne Aussichten, das! Während eines ungwöhnlich lahmen Winters wird ganz Deutschland unbemerkt von einer Kaltfront heimgesucht. Trotz eines Zwischenhochs in Niedersachsen hält man sich in Bonn bedeckt – mit Niederschlägen muß allseits gerechnet werden. Einzig der DAX – der Deutsche Arbeitslosen-Index – befindet sich im Aufwind. Ursache dieses Phänomens ist eine Investitionswetterlage: Alles Kalte kommt von oben! Das heißt andererseits: Jenseits des alltäglichen Bodennebels bleibt es stets heiter, während sich die unteren Schichten kontinuierlich abkühlen.

STÖRFALL, die Wetterleuchte unter den Kabaretts, nutzt diese stabile Situation, um das politische Klima für ganz Deutschland vorherzusagen und nachzuplappern. Nach dem Motto "Resourcen schonen heißt Ideen recyclen" erwartet den Zuschauer eine Plunderstunde voller alter Schinken, von denen ja bekannt ist, daß die luftgetrockneten nicht die schlechtesten sind... Dies zeigt sich z.B. in einer Vielzahl von Einzelfällen, deren Auftreten signifikant mit einer gewissen Bundgesamtheit korreliert.

Ein weiteres soziometeorologisches Phänomen, das bundesweite Beachtung findet, ist das unvorhersehbare Auftreten von Klimatouristen im kühlen Westen. Als "El Niño" bekannt, findet sich z. B. in jeder Fußgängerzone mindestens ein Klon von Alexandras gitarrespielenden Zigeunerjungen. Immer auch das Gesamtwohl im Blick, will sich STÖRFALL natürlich nicht nur im Besonderen verbeißen, sondern dokumentiert auch durch das Auftreten singender Blumensträuße die unerträgliche Heiterkeit des Unternehmerseins (vor allem in den östlichen Landesteilen), indem drei VertreterInnen dieser Gattung den Slogan "Wir finden's hier scheen!" lancieren.

Apropos VertreterInnen. Kobolde und Vampyre sind ja die Hoover von heute. Und auch sonst gibt es in der Republik fette Sauger zu genüge. Denn wo gesaugt wird, ist Hyäne – und zwar nicht fern. STÖRFALL inszeniert ein buntes Stelldichein der schönsten und vor allem erfolgreichsten Parasiten, deren Wirtswechsel alle vier Jahre oder garnicht erfolgt. Aber auch synthetische Quälgeister vermögen den aufgeschlossenen Zeitgenossen durch kontinuierliches Gepiepse zu überfordern – da wird man ja-panisch!

Und überhaupt – der ganze Elektrosmog! Das permanente On-line-Intelligenztest-Klima durch die tägliche Herausforderung von Jog-Shuttle-Tracking und Peak-Shuffle-Scan vermag durch die regelmäßige Machung von Fatal-Error-Exceptions, zu welches die japanisch-germanopidgin-Erkläungsteste auch nichts zu meinen weiß als, und da soll eineR sagen, er/sie habe Computer verstanden, oder was? Oder was, falls nicht?

Keine Panik – STÖRFALL hat Euch lieb, und wenn gemäß "Cabarett goes Comedy" aus der Titte ein Fuß entspringt, wird alles wieder gut. Auch das Schweinemärchen von Helmet Cole muß einmal ein Ende finden, da ja jedes Volk den Kanzler bekommt, den es verdient. Und wenn selbst eben jener keine Identifikationsfigur mehr darstellt, zieht sogar Rambo das Arbeitslos.

Kabarett STÖRFALL – übrigens eine Konifere auf seinem Gebiet! – lädt vor zu seinem 14. Programm: "Scheißkalt von oben". Eine Dusche, die sich gewaschen hat.